Presseartikel Jede Menge Schwarzfischer

Am Mittwoch den 24. April veröffentlichte der Mühldorfer und Altöttinger Anzeiger einen Artikel über die traurige Bilanz des Schwarzfischens in unseren Vereinsgewässern in letzter Zeit. Ein recht interessanter Artikel den unser Vereinsmitglied Dr. Rudi Neumaier verfasst hat. Wer ihn verpasst hat, kann ihn im Bereich Download Presse herunterladen und oder den Originaltext hier nachlesen:

 

Die Gewässer des Bezirksfischereivereins Mühldorf-Altötting scheinen bei Schwarzfischern ziemlich beliebt zu sein. Acht Fälle von Fischwilderei sind in den vergangenen zwölf Monaten von der Staatsanwaltschaft Traunstein allein aus diesem Gebiet bearbeitet worden. Zudem kamen vier Angler mit dem Tierschutzgesetz in Konflikt.
„Unsere Fischereiaufseher hatten alle Hände voll zu tun“, sagt Dr. Manfred Holzner, der Vorsitzende des Bezirksfischereivereins. „Wir sind der Polizei und der Staatsanwaltschaft sehr dankbar, dass solche Fälle konsequent verfolgt werden.“ Den Anfang machte im vergangenen Jahr ein Fernfahrer, der von einem Vereinsmitglied beobachtet wurde, wie er mit einer Angel über die Innbrücke der Bundesstraße 299 spazierte. Ein herbeigerufener Fischereiaufseher stellte fest, dass der Mann weder über einen Fischereischein noch über einen Fischereierlaubnisschein verfügte. Später vernahm ihn die Polizei. Wie sich herausstellte, war der Täter bereits 15 Jahre zuvor beim Schwarzfischen erwischt worden. Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Strafbefehl.
Ende Juli kamen gleich drei Fälle zur Anzeige. An der Mollacke in Winhöring fischte ein Altöttinger ohne Berechtigung, als er mit Freunden grillte. Das Amtsgericht Altötting verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 2750 Euro. Ebenfalls an der Mollacke wurden an einem Sonntagmorgen zwei Fischwilderer erwischt. Sie waren erfolgreich: Eine Schleie hatten sie schon in ihrer Tüte. Allerdings war dieser Fisch qualvoll erstickt, weil ihn die Täter nicht tierschutzgerecht getötet hatten, und zudem hatte er das Schonmaß noch nicht erreicht. Diesen Männern wurde ebenso ein Strafbefehl zugestellt wie einem Schwarzfischer, der sich einen Julisonntag am Winhöringer Stauweiher beim Angeln vertreiben wollte. Dabei wurde er von einem Vereinsangler beobachtet, der einen Fischeraiaufseher verständigte. Die Tat kam ihm teuer: Er musste 90 Tagessätze Strafe zahlen.
„Manchen Leuten sind Gesetze und Regeln einfach egal, obwohl sie genau wissen, dass es sie gibt“, sagt Dr. Holzner. Um einen solchen Fall handelte es sich offenbar auch bei drei Schwarzfischern, die an Maria Himmelfahrt nichts Besseres zu tun hatten, als ihre Angeln in der Isen bei Lochheim auszulegen. Als ein Fischereiaufseher sie kontrollierte, ließen sie ihre sechs Fische in einem Rucksack im Gebüsch verschwinden. Mit Hilfe der Polizei kam die Beute dann aber zum Vorschein. Alle drei Angler mussten 40 Tagessätze Geldstrafe zahlen. Zu 60 Tagessätzen wurde ein Schwarzfischer aus Altötting verurteilt, der sich im November am Aubach auf frischer Tat erwischen ließ. Auch er hatte schon mehrere Fische gefangen – und nicht weidgerecht getötet.
Ein Vereinsmitglied, das ohne Fischereierlaubnisschein und auch ohne gültigen Fischereischein nahe dem Mößlinger Flughafen an der Isen fischte, kam ebenfalls zur Anzeige. „Die Fischereiaufseher müssen jedes Vergehen, das sie feststellen, zur Anzeige bringen“, sagt Dr. Holzner, „sonst könnten sie sich selbst wegen Strafvereitelung oder Begünstigung strafbar machen.“ Der dreiste Vereinsangler erhielt nicht nur einen Strafbefehl über 30 Tagessätze. Zudem schloss ihn der Bezirksfischereiverein aus. Dessen Vorsitzender schätzt, dass sich die Strafzahlungen für Fischwilderei in den Vereinsgewässern auf etwa 15 000 Euro summierten.
Holzner ruft alle Mitglieder zur Wachsamkeit an den Gewässern auf und bittet um schnelle Mitteilungen, wenn Vergehen festgestellt werden. Entschieden geht der Verein schließlich auch gegen Fischer vor, die es mit dem Tierschutz nicht ernst nehmen. Wegen unsachgemäßer Behandlung ihrer Beute mussten sich im vergangenen Jahr vier Angler verantworten. Zwei von ihnen waren von einem Angler beobachtet worden, wie sie zwei stattliche Karpfen in einem viel zu kleinen Eimer hälterten. Ein Strafverfahren gegen sie wurde gegen eine jeweils dreistellige Geldauflage mit Einstellung abgeschlossen. Zwei andere Verfahren sind noch anhängig. Dr. Manfred Holzner hofft, dass die Justiz solche Fälle genauso konsequent verfolgt wie Fischwilderei: „Wie man sieht, achten die von den Landratsämtern bestellten Fischereiaufseher konsequent auf respektvollen Umgang mit Fischen.“ Anerkanntermaßen lege sein Verein allergrößten Wert auf eine intakte Ökologie seiner Gewässer. Deshalb seien diverse Vorgaben für die Fischer genau auf die Seen und Flüsse abgestimmt, etwa durch längere Schonzeiten und höhere Schonmaße als gesetzlich vorgesehen sowie durch eingeschränkte Angelmethoden. „Wer diese Regeln ignoriert, begeht eine Straftat. Schwarzfischern ist Ökologie grundsätzlich gleichgültig.“
Weil unter unseren Mitgliedern mitunter unklar zu sein scheint, welche Aufgaben Fischereiaufsehern obliegen und welche Befugnisse sie haben, um diese zu erfüllen, hier ein kurzer Auszug aus Artikel 72 des Bayerischen Fischereigesetzes: „Die bestätigten Fischereiaufseher … die Aufgabe, die Einhaltung von Rechtsvorschriften, die den Schutz und die Erhaltung der Fischbestände, die Pflege und Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und die Ausübung der Fischerei regeln und deren Übertretung mit Strafe oder mit Geldbuße bedroht ist, zu überwachen und Zuwiderhandlungen gegen diese Rechtsvorschriften festzustellen, zu verhüten, zu unterbinden und bei ihrer Verfolgung mitzuwirken. Die Fischereiaufseher können bei Personen, die auf, an oder in der Nähe von Gewässern mit Fanggeräten angetroffen werden, jederzeit 1. die Identität feststellen, 2. die Aushändigung des Fischereischeins einschließlich des Jugendfischereischeins sowie des Erlaubnisscheins zur Prüfung verlangen, 3. die mitgeführten Fanggeräte und die gefangenen Fische, auch soweit sie sich in Fahrzeugen befinden, sowie die Fischbehälter besichtigen… Die Fischereiaufseher können bei Verdacht einer Zuwiderhandlung gegen … Rechtsvorschriften zu deren Verhütung oder Unterbindung in entsprechender Anwendung des Polizeiaufgabengesetzes 1. die Identität von Personen feststellen, 2. eine Person von einem Ort verweisen oder ihr vorübergehend das Betreten eines Orts verbieten (Platzverweisung), 3. Fische und andere Sachen sicherstellen, die unberechtigt erlangt worden sind oder bei Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften … verwendet wurden oder verwendet werden sollen.“

Rudi Neumaier

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